Hybrid-Training

Kettlebell-Training für Läufer und Triathleten: 6 Übungen, 25 Minuten

Krafttraining macht Läufer ökonomischer und robuster. Mit einer Kettlebell reichen zwei kurze Einheiten pro Woche: Übungen, Ablauf und das richtige Gewicht.

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Krafttraining fällt bei Ausdauersportlern als Erstes weg, wenn die Zeit knapp wird. Dabei ist es einer der besten Hebel: Studien zeigen, dass regelmäßiges Krafttraining die Laufökonomie verbessert. Man braucht also bei gleichem Tempo weniger Energie. Außerdem macht es Sehnen, Muskeln und Gelenke belastbarer.

Ich trainiere dafür mit der Kettlebell. Eine Kugelhantel ersetzt erstaunlich viele Geräte, passt in jede Ecke und reicht für ein vollständiges Ganzkörpertraining in 25 Minuten.

Warum gerade Kettlebells?

  • Hüftdominant: Der Swing trainiert Gesäß und hintere Oberschenkel. Das sind genau die Muskeln, die beim Laufen und Radfahren den Vortrieb erzeugen.
  • Einseitig und stabilisierend: Viele Übungen arbeiten mit einem Arm oder einem Bein. Laufen ist im Grunde eine Abfolge von einbeinigen Sprüngen.
  • Wenig Zeit, wenig Platz: Eine oder zwei Kettlebells reichen.

Die 6 Übungen

1. Kettlebell Swing

Die Königsübung. Die Bewegung kommt aus der Hüfte, nicht aus den Armen: Hüfte nach hinten schieben, dann explosiv nach vorn strecken. Die Kugel schwingt bis etwa Brusthöhe. Der Rücken bleibt die ganze Zeit gerade.

2. Goblet Squat

Die Kettlebell vor der Brust halten, tief in die Hocke gehen, Knie zeigen über die Zehen. Das trainiert Oberschenkel, Gesäß und die Beweglichkeit der Hüfte.

3. Einbeiniges Kreuzheben

Auf einem Bein stehen, Oberkörper nach vorn neigen, das freie Bein streckt sich nach hinten. Das trainiert Balance, Fußgewölbe und hintere Kette. Für Läufer ist das Gold wert.

4. Ausfallschritt rückwärts (Reverse Lunge)

Kettlebell in einer Hand oder vor der Brust, großer Schritt nach hinten, hinteres Knie Richtung Boden. Das ist schonender für die Knie als der Ausfallschritt nach vorn.

5. Farmer’s Carry

Eine schwere Kettlebell in einer Hand, aufrecht 20 bis 30 Meter gehen, dann die Seite wechseln. Das ist einfach und brutal effektiv für die Rumpfstabilität. Die braucht man im Triathlon auf dem Rad und auf den letzten Laufkilometern.

6. Turkish Get-up

Mit gestreckter Kettlebell über dem Kopf vom Liegen aufstehen und wieder ablegen. Die Übung ist langsam, komplex und trainiert Schulterstabilität und Rumpf. Für Schwimmer ist sie eine gute Prävention. Anfangs mit wenig Gewicht oder ganz ohne üben.

So sieht eine Einheit aus

BlockÜbungenUmfang
AufwärmenHüftkreisen, leichte Goblet Squats5 Min.
KraftGoblet Squat, einbeiniges Kreuzheben, Reverse Lungeje 3 × 8 (pro Seite)
PowerSwing5 × 15, 45 Sek. Pause
StabilitätFarmer’s Carry, Turkish Get-up3 × 30 m / 3 × 1 pro Seite

Zweimal pro Woche reicht. Im Marathon-Block lege ich die Einheiten auf die Tage der harten Läufe, zum Beispiel ein paar Stunden nach den Intervallen. So bleiben die lockeren Tage wirklich locker. In den letzten zwei Wochen vor einem Rennen reduziere ich auf eine leichte Einheit.

Welches Gewicht?

Als grobe Orientierung für den Einstieg:

SwingGoblet Squat / LungeGet-up
Frauen8–12 kg8–12 kg4–8 kg
Männer16 kg12–16 kg8–12 kg

Wer nur eine Kettlebell kaufen will, nimmt das Swing-Gewicht. Für Ganzkörpertraining sind zwei Gewichte ideal, eine leichte und eine schwere. Achte auf einen glatten, breiten Griff und eine flache Unterseite, damit die Kettlebell sicher steht.

Einstieg

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Technik vor Gewicht

Gerade Swing und Get-up sind technisch anspruchsvoll. Lieber mit zu leichtem Gewicht anfangen, sich filmen oder eine Trainerstunde nehmen. Bei Rückenproblemen oder Verletzungen vorher mit Arzt oder Physiotherapeutin sprechen.

Fazit

25 Minuten, zweimal pro Woche, eine Kugel: Mehr braucht es nicht, um als Läufer oder Triathlet von Krafttraining zu profitieren. Der schwerste Teil ist, die Kettlebell nicht in der Ecke stehen zu lassen.